Social-Media im HR: Mut wird belohnt | HRinside

Social-Media existiert und nimmt zu. Unternehmen können heute nicht mehr handeln wie Kinder: „Augen zu und um mich herum verschwindet alles.“ Während einige wenige Unternehmen auf den Social-Media-Zug bereits aufgesprungen sind und Erfahrungen gesammelt haben, fürchten viele andere den Anschluss zu verpassen. Die Lücke zwischen denen, die Social-Media schon nutzen und denen, die noch unwissend sind, wächst. Das Thema Einstieg von Human-Resources in Social-Media ist schon viel beschrieben worden. Zahlreiche Experten berichten in Blogs sehr gut und ausführlich über die Thematik – vergessen dabei aber scheinbar häufig die Einsteiger.

Dabei fehlt es offensichtlich bei vielen Unternehmen gerade an Einsteigerwissen und dem nötigen Mut, um die entscheidenden ersten Schritte zu gehen. Immer wieder stelle ich einen hohen Bedarf an Wissen zu diesem Thema fest. Die Fragen dazu stammen dann vor allem aus zwei Abteilungen: Marketing und Personal.

Neue Technologien, Dienste und Begriffe sowie schnelle und ständige Veränderungen erfordern ein hohes Maß an Interesse, die Bereitschaft sich mit diesen Themen auseinander zu setzen und vor allem die Erkenntnis, dass es wichtig ist, diese neuen Möglichkeiten überhaupt einzusetzen. Denn auch wenn der Einstieg nicht teuer sein muss, so kostet er doch zumindest Mühe und will gut geplant sein.

Das Internet hat sich und seine Nutzer in den letzten Jahren nachhaltig verändert. Viele unserer Lebensbereiche sind heute vom Internet durchdrungen. Auch und vor allem unser Mediennutzungsverhalten hat sich hierdurch massiv verändert.

Das Netz verändert uns
Diente das Internet ehemals zum reinen Konsum von Inhalten (Web 1.0), hat die technologische Weiterentwicklung es dem Nutzer schnell möglich gemacht auch eigene Inhalte zu produzieren. Man spricht vom Mitmachnetz, dem Web 2.0. Der Nutzer wandelt sich vom Konsumenten zum sog. Prosumer, der sowohl konsumiert als auch selbst produziert.

Diese neuen Möglichkeiten haben weiterhin dafür gesorgt, dass das Internet von seinen Nutzern immer mehr als soziales Gefüge wahrgenommen wurde. Die Lust am produzieren, teilen, weiterleiten und kommentieren von Inhalten jeglicher Art mit anderen Nutzern war geweckt.

Die Zeit, die wir im Internet verbringen, steht für andere Medien nur noch begrenzt zu Verfügung. Studien belegen z.B. seit Jahren den abnehmenden Trend der Nuzung von Printmedien. TV wird inzwischen häufig parallel zur Internetnutzung konsumiert.

Die Generation der nach 1981 Geborenen tritt in die ersten Jobs nach ihren (Hochschul- ) Abschlüssen ein und verändert aufgrund ihres eigenen Selbstverständnisses damit auch unser Berufsleben rapide. Diese sogenannte Generation Y (auch Net Geners oder Millenials genannt) ist es gewohnt online zu sein, Wissen und Erfahrungen zu teilen sowie ständig über neue Produkte und Technologien zu verfügen. Ihre Arbeitsweise und die Ansprüche an ihre Arbeitgeber unterscheiden sich gänzlich von denen früherer Generationen. Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen, es wird über das Internet virtuell und über Landes- und Kulturgrenzen hinweg gearbeitet, teilweise mit Menschen, die man nie zuvor persönlich getroffen hat. Kollaboration ist das neue „Teamwork“, besonders für Unternehmen.

Es ist wichtig zu begreifen: Dem permanenten Strom von Medien und Kanälen ausgesetzt haben die Net Geners (zumindest scheinbar) gelernt, instinktiv alle Informationen zu überprüfen und kritisch zu hinterfragen. Um mit dieser Zielgruppe zu kommunizieren und um ihnen Produkte zu verkaufen oder ihnen den Arbeitsplatz schmackhaft zu machen, sind Authentizität und Zuhören absolute Grundvoraussetzung.

Verbote sind keine Alternative

Die digitalen sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter können von Unternehmen heute dazu genutzt werden, der Zielgruppe zu folgen und diese Voraussetzungen zu erfüllen. Netzwerke wie Facebook, die weltweit inzwischen mehr als 500 Millionen Nutzer aufweisen, verdeutlichen die Macht, die in diesen Netzwerken steckt: Die Macht der Massen, die aus Verbrauchern und Arbeitnehmern besteht. Menschen unterhalten sich über Marken, Produkte und Unternehmen. Das war gestern so, das ist heute so. Während es aber gestern die Gespräche am Stammtisch waren, handelt es sich heute um eine öffentliche, weltweite und nachhaltige Kommunikation in digitaler Form. Inhalte, die einmal im Netz vorhanden sind, bleiben dort über lange Zeiträume hinweg von jedem Ort der Welt aus rund um die Uhr abrufbar.

Ignoranz und Verbote sind keine Lösung. Im Gegenteil: Wer ignoriert oder gar nicht erst hört, was über ihn gesagt wird, ist auch nicht fähig zu reagieren. Vielmehr haben Unternehmen durch die Digitalisierung die einmalige Möglichkeit, an diesen Gesprächen teilzunehmen, ja, deren Verlauf sogar zu beeinflussen in dem sie selbst aktiv teilnehmen. Mindestens aber sollten sie „monitoren“, was über sie gesagt wird.

Auf dem Weg ins Social-Media-Zeitalter kann man, wie immer bei ersten Schritten, natürlich auch stolpern. Bei guter Vorbereitung brauchen Unternehmen das Abenteuer Social-Media aber nicht zu fürchten. In den meisten Fällen lohnt sich das Engagement am Ende. Vor allem kleinere und mittelständische Unternehmen sowie die sogenannte Hidden Champions werden als Arbeitgebermarke oft als weniger attraktiv oder gar nicht wahrgenommen. Sie haben die Chance ihre Bekanntheit und Attraktivität mit verhältnismäßig geringem Aufwand und Kosten auch über Landesgrenzen hinweg deutlich zu steigern.

Noch nutzen nur wenige Unternehmen die Potentiale von Social-Media für ihre Zwecke. Die, die es bereits nutzen, haben aber festgestellt: Je früher man startet, desto eher erregt man die gewünschte Aufmerksamkeit.

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